Zum dritten Spieltag der SVM-Regionalliga empfing die erste Mannschaft heute die erste Mannschaft der Bergischen Schachfreunde. Unser Gegner war mit zwei Siegen in die Saison gestartet - ein enges Match war zu erwarten.
Unsere unteren Bretter erwischten einen guten Start - nach zwei Stunden führten wir bereits mit 2:0. Patrick Leopold gewann auch sein zweites Ersatzspiel bei uns und empfiehlt sich für höhere Aufgaben, während Michael Stöhr übereilte Aggression seines Gegners souverän abwehrte und konterte. Christian Viganske steuerte kurze Zeit später ein Remis bei. Bei heraufziehender Zeitnot gerieten wir an den laufenden Brettern aber sehr stark ins Schwitzen. An unseren vorderen Brettern zeichneten sich mehrere Minusbauern ab. sodass Sven und etwas später auch Nico aufgeben mussten. Dafür drehte Thomas Hack in beidseitiger Zeitnot eine Partie, in der er lange unter Druck gestanden hatte - aber dann war auf einmal irgendwie der gegnerische Angriff abgewehrt und eine Figur gewonnen.
Mehrbauer auf dem Brett
Jürgens und meine Partien verbrauchten noch mal einen beachtlichen Teil der zusätzlichen Bedenkzeit. Ich hatte schon vor der Zeitkontrolle gut 20 Züge lang mit knapper Zeit agiert, aber im 41. Zug ein Turmendspiel mit Mehrbauern auf dem Brett. Parallel dazu standen bei Jürgen zwei Minusbauern auf dem Brett, die außerdem auch noch am Damenflügel entfernt und verbunden waren. Ich ging also davon aus, dass ich gewinnen musste, und versuchte dann auch alles, was mir einfiel, um den Mehrbauern zu verwerten - mein Gegner verteidige sich aber zäh, und am Ende hieß es leider wie so oft "Alle Turmendspiele sind remis (außer wenn der Gegner sie gewinnen will)"...
Mit meinem Remis und Jürgens zu erwartender Niederlage zeichnete sich also ein 4:4 (16:16) als wahrscheinlichstes Ergebnis des Mannschaftskampfes ab - aber nicht mit Jürgen! Beide Spieler hatte ihre neue Bedenkzeit größtenteils aufgebraucht, lebten bei unter zehn Minuten von ihrer Bonusbedenkzeit. In einem Endspiel mit Läufer gegen Springer baute Jürgen zunächst eine Remisfestung und schaffte es irgendwie, im gegnerischen Gewinnstreben die Bauern zurückzugewinnen. Auf einmal war das scheinbar verlorene Endspiel... remis!
Mit Jürgens irgendwie aus dem Hut gezauberten halben Punkt endete der Mannschaftskampf also 4,5:3,5 (17:15) - der knappstmögliche Sieg nach spannungsreichem, wechselhaftem Verlauf. Die Liga bleibt eng, aber mit zwei Siegen nach drei Spielen stehen wir für den Moment sehr gut da. Am nächsten Spieltag erwartet uns ein Besuch bei den Schachfreunden aus Horrem, die bislang nur ein Remis bei zwei Niederlagen holen konnten und hart darum kämpfen werden, ihre Bilanz aufzubessern. Ein Sieg würde uns für den Klassenerhalt in eine fantastische Ausgangsposition bringen...